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Institut für Nutztiergenetik des FLI erfolgreich in Transregio Sonderforschungsbereich der DFG vertreten

Foto: DFG-Logo

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte Ende Mai dieses Jahres die Einrichtung eines Transregio Sonderforschungsbereiches (TR-SFB) zum Thema „Biologie xenogener Zellen und Organtransplantationen: vom Labor in die Klinik“. In diesem Projekt arbeiten die führenden deutschen Zentren zur Organtransplantation zusammen. In insgesamt 18 Teilprojekten wollen Wissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der Technischen Universität München, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Technischen Universität Dresden, des Robert Koch-Instituts, des Paul-Ehrlich-Instituts und des Instituts für Nutztiergenetik (ING) des Friedrich-Loeffler-Instituts in Mariensee versuchen, die Xenotransplantation mit Organen und Geweben vom Schwein bis zur klinischen Anwendung zu entwickeln. Dabei spielt das ING eine wichtige Rolle, da es die Produktion und Charakterisierung neuer multi-transgener Schweine übernimmt. Der Leiter des Instituts, Prof. Heiner Niemann, ist stellvertretender Sprecher des TR-SFB und führt die Marienseer Projekte. Die Förderung läuft zunächst für 4 Jahre, mit Option auf zwei weitere Perioden von jeweils 4 Jahren.

Der genannte TR-SFB resultiert aus einer 8-jährigen Kooperation in der DFG geförderten Forschergruppe „Xenotransplantation“, in der die Gruppen aus München und Hannover/Mariensee bereits erfolgreich zusammen arbeiteten. Für das neue Großprojekt ergänzen Gruppen von der Technischen Universität Dresden das Konsortium. Aus Dresden wird insbesondere Expertise zur Inselzelltransplantation in die Forschungsarbeiten einfließen. Sprecher dieses Forschungskonsortiums ist der bekannte Münchener Herzchirurg Prof. Bruno Reichart von der LMU.

Foto: Operation am Schwein
Operation am Schwein © Friedrich-Loeffler-Institut

Hintergrund für die wissenschaftlichen Aktivitäten ist der wachsende Mangel an geeigneten Spenderorganen, der die Weiterentwicklung der klinischen Organtransplantation stark behindert. Aufgrund dieses Mangels sterben statistisch gesehen täglich drei Menschen auf der sogenannten Warteliste. Dies soll durch die Bereitstellung geeigneter porciner Transplantate, wie Herzen, Nieren oder Inselzellen gemildert, oder sogar vollständig behoben werden. In dem Konsortium arbeiten Grundlagenforscher und Kliniker eng zusammen, um die Voraussetzungen für den klinischen Einsatz beim Patienten möglichst bald zu schaffen. Dazu gehört auch die Entwicklung neuer Therapieformen zur Unterdrückung des Immunsystems bei Organempfängern.

Die nun erfolgte Bewilligung ist das Ergebnis einer fast zweijährigen Vorbereitung, die mit der Begutachtung Ende März dieses Jahres durch ein Panel führender internationaler Wissenschaftler abgeschlossen wurde. Die Arbeiten zur Produktion und Charakterisierung neuer multi-transgener Schweine am ING werden mit rund 800.000 Euro über 4 Jahre gefördert und damit intensiv vorangetrieben. Dieser Erfolg in der Spitzenförderung der DFG unterstreicht die führende Rolle, die im FLI in der deutschen und internationalen Transplantationsforschung eingenommen wird.