
Insel Riems, 13. März 2012. Bei einer in Deutschland geborenen Kuh wurde vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) in der Schweiz Anfang März das Vorliegen einer atypischen BSE festgestellt. Das Tier der Rasse Deutsche Angus wurde 2005 in Deutschland geboren und Ende 2006 in die Schweiz verkauft. Nach dem Auftreten klinischer Erscheinungen wurde die Kuh Ende Februar getötet und bei einer nachfolgenden BSE-Schnelltestung ein BSE-Verdacht geäußert. Dieser Verdacht wurde vom BSE-Referenzlabor in Bern bestätigt. Eine weitergehende Untersuchung ergab, dass es sich dabei um sogenannte atypische BSE handelt, die sehr selten spontan bei älteren Tieren auftritt und nicht im Zusammenhang mit der Verfütterung von infektiösen Prionen steht. Der Fall zeigt, dass die geltenden Bestimmungen für BSE-Untersuchungen und deren Einhaltung nach wie vor wichtig sind.
BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) führt bei Rindern zu Erkrankungen mit schwammartigen Veränderungen des Gehirns. Die Tierseuche wurde erstmals 1986 in Großbritannien festgestellt. In Deutschland trat der erste Fall bei einem einheimischen Tier Ende 2000 auf, bis 2009 wurden insgesamt 412 BSE-Fälle festgestellt. Zwei der deutschen BSE-Fälle wurden als atypische BSE diagnostiziert. Atypische BSE selbst tritt in zwei unterschiedlichen Formen auf, die sich untereinander und von der klassischen BSE in ihren biologischen Eigenschaften und den biochemischen Charakteristika des krankmachenden Prion-Proteins unterscheiden.
Bisher traten solche Fälle bei Tieren ab einem Alter von acht Jahren auf. Das jetzt in der Schweiz betroffene Tier war knapp sieben Jahre alt. Seit dem Juli 2011 werden in Deutschland gesund geschlachtete Rinder ab einem Alter von 72 Monaten (6 Jahren) auf BSE getestet, bei krank oder notgeschlachteten, sowie im Betrieb gestorbenen Rindern liegt das Testalter bei vier Jahren, also deutlich unter der Altersgrenze des jetzt entdeckten atypischen BSE-Falls.