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Pressemitteilung vom 27.04.2012

Mückenatlas ab heute online

Interessierte Bürger können Forschung unterstützen

Insel Riems, 27. April 2012. Welche Mückenarten kommen wann und wo in Deutschland vor? Dieser Frage gehen Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. nach. Über Stechmücken und ihre Verbreitung gibt es in Deutschland derzeit nur wenige gesicherte Daten. Außerdem können Stechmücken bei der Übertragung bestimmter Krankheitserreger eine Rolle spielen. Daher fangen die Wissenschaftler selbst bereits an annähernd 100 Standorten in Deutschland Stechmücken mit speziellen Fallen. Ab heute können interessierte Bürgerinnen und Bürger als „Mückenjäger“ aktiv werden und gefangene Stechmücken einschicken. Sie erhalten eine Information darüber, welche Mückenart gefangen wurde und können ihren persönlichen Fangort im „Mückenatlas“ für Deutschland eintragen lassen. Alle Informationen zum Mückenatlas, wie man Mückenjäger wird und Wissenswertes über Stechmücken stehen im Internet und www.mueckenatlas.de zur Verfügung.

Weltweit gibt es rund 3500 Stechmückenarten, 49 davon wurden bisher in Deutschland nachgewiesen. Da sie wissenschaftlich lange vernachlässigt wurden, fehlt grundlegendes Wissen über ihr Vorkommen und ihre regionale Verbreitung. Faktoren wie Globalisierung und Klimaveränderungen begünstigen zudem die Einschleppung und Ansiedlung nicht-einheimischer Mückenarten. Einige Stechmücken und andere blutsaugende Insekten können Krankheitserreger übertragen. So traten in Europa in den letzten Jahren erstmalig durch Insekten übertragene Krankheiten wie die Blauzungenkrankheit oder aktuell Infektionen mit dem  Schmallenberg-Virus bei Wiederkäuern (Gnitzen als Virusüberträger) auf, aber auch das Chikungunya-Fieber des Menschen in Norditalien (Stechmücken als Virusüberträger). Diese Ereignisse zeigen, dass zu blutsaugenden Insekten, zu denen die Stechmücken gehören, Forschungsbedarf besteht. Die Wissenschaftler des FLI und des ZALF gehen daher Fragen wie der der geografischen Verteilung und Änderungen hinsichtlich des jahreszeitlichen Auftretens nach. Besonders in Hinblick auf die mögliche Verbreitung von neu eingetragenen Tierseuchenerregern durch Stechmücken sind die entsprechenden Informationen wichtig.

Kontakte:
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Helge Kampen
Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Südufer 10
17493 Greifswald - Insel Riems
Telefon: +49 (0)38351 7-1245
Fax: +49 (0)38351 7-1226
E-Mail: mueckenatlas@we dont want spamfli.bund.de

Dr. rer. nat. Doreen Werner
Institut für Landnutzungssysteme
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V.
Eberswalder Straße 84
15374 Müncheberg
Telefon: +49 (0)33432 82-363
Fax: +49 (0)33432 82-387
E-Mail: mueckenatlas@we dont want spamzalf.de





Kontakt:

Dipl.-Biol. Elke Reinking (Pressesprecherin)
Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems
Telefon: +49 38351 7-1244, Fax: +49 38351 7-1226
E-Mail: Elke.Reinking@we dont want spamfli.bund.de