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Pressemitteilung vom 19.11.2012

Asiatische Buschmücke erobert Deutschland

Insel Riems, 19. November 2012

Foto: Blutgefütterte asiatische Buschmücke Aedes japonicus (Foto: James Gathany, CDC)
Blutgefütterte asiatische Buschmücke Aedes japonicus (Foto: James Gathany, CDC) http://phil.cdc.gov/phil/details.asp?pid=7886

Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg, wiesen im Süden von Nordrhein-Westfalen (NRW) und im Norden von Rheinland-Pfalz eine größere Population der asiatischen Buschmücke Aedes japonicus nach. Auf die Spur kamen sie der Mücke über Einsendungen von Insekten im Rahmen des Mit-Mach-Projektes „Mückenatlas". Die asiatische Buschmücke ist nicht nur besonders aggressiv, sondern auch als Überträger des West-Nil-Virus und möglicherweise weiterer Viren bekannt.

Unabhängig voneinander hatten mehrere Einwohner des Großraums Bonn Exemplare der exotischen Mückenart zur Identifizierung an die Wissenschaftler geschickt. Da sie nicht von einem Zufall ausgingen, machten sich die Wissenschaftler nach der Identifizierung der Mücken sofort auf den Weg, um zunächst die nähere Umgebung der Fundorte und dann im weiteren Umkreis zu inspizieren. Die Mücken brüten z.B. gerne in Blumenvasen, Gießkannen und anderen Wasserbehältern in Gärten und auf Friedhöfen. Dabei scheinen sie einheimische Mückenarten zu verdrängen. Die Wissenschaftler konnten schließlich einen besiedelten Raum abstecken, der sich über rund 2.000 km2 zwischen Köln und Koblenz erstreckt, wie sie in ihrem Artikel im internationalen Fachjournal Parasites & Vectors berichten.

In der jüngeren Vergangenheit wurde die asiatische Buschmücke in Europa lokal in Belgien und über größere Flächen in der Nordschweiz sowie in Deutschland im südlichen Baden-Württemberg nachgewiesen.
Die asiatische Buschmücke ist mit der ebenfalls invasiven asiatischen Tigermücke Aedes albopictus eng verwandt. Deren Ansiedlung wäre aber viel dramatischer zu bewerten, da sie die Erreger schwerer Infektionskrankheiten wie Dengue- oder Chikungunya-Fieber übertragen kann. Von dieser Art wurden bisher in Deutschland erst wenige eingeschleppte Exemplare in Baden-Württemberg und Bayern gefunden, aber keine etablierte Population. Trotzdem muss eine weitere Ausbreitung der asiatischen Buschmücke, die die Wissenschaftler für sehr wahrscheinlich halten, genau beobachtet werden.

Artikel:
Kampen H, Zielke D, Werner D: A new focus of Aedes japonicus japonicus (Diptera, Culicidae) distribution in western Germany: rapid spread or a further introduction event? Parasites & Vectors, im Druck.





Kontakt:

Dipl.-Biol. Elke Reinking (Pressesprecherin)
Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems
Telefon: +49 38351 7-1244, Fax: +49 38351 7-1226
E-Mail: Elke.Reinking@we dont want spamfli.bund.de