Neue Untersuchungen zeigen, dass Federpicken erblich ist und dass Selektion auf niedrigeres Federpicken möglich ist. In dieser Studie wurde das Pick-Verhalten von Küken aus genetisch auf Federpicken selektierten Legehennen-Linien untersucht (LFP = selektiert auf niedrige Federpickaktivität, HFP = selektiert auf hohe Federpickaktivität, Kontrolle = Zufallszucht). Im Alter von zwei Wochen wurden den Küken verschiedene Figuren auf einem Computerbildschirm gezeigt und aufgenommen, welche Figuren angepickt wurden. Die gezeigten Figuren waren Kreise, Ellipsen, Stäbe, Stäbe mit Feder ähnlichem Muster und Federn in den Farben rot, gelb und grün. HFP-Küken pickten insgesamt signifikant häufiger als LFP-Küken, allerdings ohne Unterschied bezüglich Form, Farbe, Schlupfdatum oder Interaktionen davon. HFP-Küken zeigten auch signifikant mehr Federpicken, was mit zunehmendem Alter abnahm. Nach der „changed template“-Hypothese sollten HFP-Küken andere Formen zum anpicken bevorzugen als LFP-Küken. Dies konnte hier jedoch nicht bestätigt werden. Im Gegenteil, HFP-Küken bepickten jede Form und Farbe generell häufiger als LFP-Küken. Dies steht im Einklang mit dem Hyperaktivitätsmodell, nach dem höhere Federpick-Aktivität mit einer generell höheren Aktivität zusammenhängt, die die Tiere veranlasst häufiger nach belebten (Federpicken) und unbelebten Objekten (wie hier im Versuch) zu picken.