Nationales Referenzlabor für Koi-Herpesvirus-Infektion (KHV-I)
Institut für Infektionsmedizin
Das Nationale Referenzlabor für die KHV-Infektion (KHV-I) befindet sich am Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, und hat die Diagnose KHV-I auf der Grundlage der Fischseuchen-Verordnung und der Gesetzgebung der Europäischen Union zu koordinieren und zu sichern. In der Aquakultur-Richtlinie der Europäischen Union (EU) und in den Empfehlungen des Office International des Epizooties (OIE) ist die KHV-I (KHV Disease, KHVD) als anzeigepflichtige Erkrankung erfasst. Differentialdiagnostisch sind Infektionen mit Virus der Frühjahrsvirämie der Karpfen (SVCV) und bakterielle Infektionen (Aeromonas sp., Pseudomonas sp.) zu beachten.
Eine Anzeigepflicht besteht bei Feststellung der KHV-I im Zusammenhang mit dem molekularbiologischen Nachweis des Erregers.
Forschungsschwerpunkte und -projekte
- Patho- und Immunogenese bei Koi-Herpesvirus (KHV)-Infektionen
- Diagnostik der KHV-I und des KHV
- Carrier-Fisch-Problematik [mehr Informationen]
- Untersuchungen zur Vakzination von Glasaalen gegen das Aal-Herpesvirus und gegen das Birnavirus der Aale
Leistungsübersicht
- direkter Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden zu Fragen der Diagnose der KHV-I
- Erregernachweis aus Einsendungsmaterial
- Virusnachweis bei KHV-I-Verdacht in bisher freien Gebieten oder Fischhaltungsbetrieben bzw. Bestätigung der Ergebnisse der regionalen Laboratorien
- Anwendung und Optimierung der Standards und Diagnoseverfahren sowie der Diagnosereagenzien
- Überprüfung, Standardisierung und Weiterentwicklung von Testverfahren zum Nachweis der KHV-I
- Koordinierung der in den Untersuchungsämtern für die betreffenden Seuchen angewandten Standards und Diagnoseverfahren
- Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter der Untersuchungsämter
- Durchführung nationaler Ringvergleiche
- Teilnahme an Ringvergleichen des EU-Referenzlabors für EU-Mitgliedsländer
- Jährlicher Bericht an das EU-Referenzlabor über epidemiologische und Labordaten zur Diagnose und Bekämpfung der KHV-I
- Teilnahme am jährlichen Treffen der Vertreter der NRL-M der EU-Mitgliedsländer
Referenzmaterial
- KHV-Anti-Seren [mehr Informationen]
- Monoklonale Antikörper gegen KHV
- KHV-DNA-Präparationen
Methodenübersicht
Die im NRL für die KHV-Infektion angewendeten Standardverfahren für den Nachweis des KHV sind:
- Nachweise der KHV-DNA mittels verschiedener PCR
- real-time PCR-Nachweis (quantitative)
- serologischer Nachweis der Infektion mit dem KHV (Neutralisationstest, Antikörper-ELISA)
- in-situ Hybridisierung zum Nachweis des KHV in Organen infizierter Fische
- Immunhistochemischer Nachweis des KHV in Organen infizierter Fische
Weitere im Labor praktizierte Methoden (klassische und molekulare Virologie)
- Chromatographie (z.B. Gelfiltration, Affinitätschromatographie)
- Elektrophorese (z.B. Immunelektrophorese, PAGE, IF, 2-D-Elektrophorese)
- Zellkulturtechniken für Fisch- und Säuger-Viren
- Western- und Dot Blot
- Klonierung und Sequenzierung
- Transfektion
- Reinigung und Konzentrierung von Viren
- ELISA (Antigen und Antikörper)
- PCR, RT-PCR, real-time PCR, in-situ Hybridisierung
Relevante Rechtsvorschriften
Richtlinie 2006/88/EG des Rates vom 24. Oktober 2006 mit Gesundheits- und Hygienevorschriften für Tiere in Aquakultur und Aquakulturerzeugnisse und zur Verhütung und Bekämpfung bestimmter Wassertierkrankheiten (ABl. EU Nr. L328 S. 14)
Entscheidung der Kommission 2001/183/EG vom 22.Februar 2001 zur Festlegung der Probenahmepläne und Diagnoseverfahren zur Erkennung und zum Nachweis bestimmter Fischseuchen und zur Aufhebung der Entscheidung 92/532/EWG. (ABl. EU Nr. L 56 S. 65)
Fischseuchenverordnung und Verordnung zur Änderung der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen vom 24. November 2008 (BGBl. I S. 2315)
Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der Fassung vom 3.11.2004, zuletzt geändert durch Zweite Verordnung zur Änderung tierseuchenrechtlicher Verordnungen vom 18.12.2009.
in der jeweils geltenden Fassung
