Usutu-Virus bei Amseln
Auftreten des Usutu-Virus 2012 in Deutschland
27. Juli 2012
Am 24.07.12 bestätigte das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Nachweis des Usutu-Virus (USUV) bei zwei verendeten Amseln aus Rheinland-Pfalz. Die Einsendung erfolgte über das Landesuntersuchungsamt Koblenz. Vor wenigen Tagen hatte bereits das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) zusammen mit der Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (KABS) den Nachweis des Virus bei einigen Amseln gemeldet. BNI und FLI arbeiten bei der Überwachung dieser Usutu-Virus-Fälle eng zusammen. Unabhängig davon führen beide Partner seit Jahren Monitoring-Untersuchungen auf zoonotische Erreger (z.B. West-Nil-Virus) durch: bei Wildvögeln (Seidowski et al., 2010; Ziegler et al., 2010) und bei Stechmücken (Jöst et. al. 2011).
Die staatlichen Veterinäruntersuchungsämter werden gebeten, Proben von eingesandten verendeten Vögeln umgehend an das Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger des FLI (Adresse s. unten) zu senden. Auf Anfrage assistiert das FLI den Untersuchungsämtern beim Aufbau der USUV-Diagnostik (quantitative real-time RT-PCR).
Vorkommen in Europa
Das Usutu-Virus wurde in Europa erstmals Anfang des Jahrtausends diagnostiziert (Österreich 2001, Ungarn 2005, Schweiz 2006, Spanien 2006 und Italien 2009). In Deutschland traten USUV-bedingte Todesfälle bei Vögeln erstmals im Jahre 2011 auf (Becker et al., 2012). Im Rahmen dieser Untersuchungen konnten am FLI bei 30 Wildvögeln detektiert werden. Betroffen waren vorrangig Amseln, aber auch Bartkäuze und Eisvögel.
Herkunft und Bedeutung
Das Usutu-Virus hat seinen Ursprung in Afrika (benannt nach einem Fluss in Swaziland) und wird von Stechmücken übertragen. Hauptwirte für das Virus sind Wildvögel, die in der Regel nicht erkranken. Es sind daneben aber auch sehr empfängliche Vogelspezies bekannt, z.B. Schwarzvögel, die sich sehr leicht infizieren. Klinisch zeigen diese infizierten Vögel häufig Apathien und Störungen des zentralen Nervensystems wie taumeln oder Kopf verdrehen. Es kann zum Massenvogelsterben führen.
Prinzipiell wird dem Usutu-Virus ein zoonotisches Potenzial zugeschrieben. Humane Infektionen traten aber bisher sehr selten auf, bekannt sind ein Fall aus Afrika (1982 in Dakar) und zwei Fälle aus Italien bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem (2009).
Kontaktdaten Labor:
Friedrich-Loeffler-Institut
Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger
Südufer 10
17493 Greifswald – Insel Riems
Dr. Ute Ziegler, Tel. 0383517-1287; email: Ute.Ziegler@we dont want spamfli.bund.de
Dr. Martin Eiden, Tel. 0383517-1182; email: Martin.Eiden@we dont want spamfli.bund.de
Allgemeine Auskünfte:
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