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Karte zur Verbreitung des "Schmallenberg-Virus" in Deutschland

Publikation

Hoffmann B, Scheuch M, Höper D, Jungblut R, Holsteg M, Schirrmeier H, et al. Novel orthobunyavirus in cattle, Europe, 2011. Emerg Infect Dis 2012 Mar.
DOI: 10.3201/eid1803.111905

Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts zum Download

Pressemitteilung vom
21. November 2011

Informationen der OIE

"Schmallenberg-Virus"

Aktuelle Informationen zum „Schmallenberg-Virus“

Stand: 22. Februar 2012

In Deutschland wurde bisher bei Tieren aus 693 Betrieben das „Schmallenberg-Virus“ festgestellt. Betroffen sind 41 Rinder-, 620 Schaf- und 32 Ziegenhaltungen. Die Fälle traten in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (24 Rinder-, 231 Schaf-, 11 Ziegenhaltungen), Niedersachsen (7 Rinder-, 97 Schaf-, 4 Ziegenhaltungen), Hessen (74 Schaf-, 4 Ziegenhaltungen), Schleswig-Holstein (4 Rinder-, 77 Schaf-, 1 Ziegenhaltung), Rheinland-Pfalz (3 Rinder-, 1 Bison-, 32 Schaf-, 4 Ziegenhaltungen), Baden-Württemberg (1 Rinder-, 12 Schaf-, 4 Ziegenhaltungen), Brandenburg (15 Schafhaltungen), Thüringen (22 Schafhaltungen, 2 Ziegenhaltungen), Sachsen-Anhalt (17 Schafhaltungen), Hamburg (1 Rinder, 5 Schafhaltungen), Bayern (13 Schafhaltungen), Sachsen (18 Schafhaltungen), Mecklenburg-Vorpommern (4 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), im Saarland (2 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung) und Berlin (1 Schafhaltung) auf.

Außerdem meldeten die Niederlande, Belgien, GroßbritannienFrankreich, Italien und Luxemburg Fälle von „Schmallenberg-Virus“, hauptsächlich bei Schafen. 

 

Tabelle: Bestätigte Fallzahlen über betroffene Bestände, 22. Februar 2012, 15 Uhr; Quelle: TSN
Bundesland Rind Schaf Ziege Gesamt
Schleswig-Holstein 4 77 1 82
Hamburg 1 5   6
Niedersachsen 7 97 4 108
Nordrhein-Westfalen 24 231 11 266
Hessen   74 4 78
Rheinland-Pfalz 4 (davon 1 Bison) 32 4 40
Baden-Württemberg 1 12 4 17
Bayern   13   13
Saarland   2 1 3
Berlin   1   1
Brandenburg   15   15
Mecklenburg-Vorpommern   4 1 5
Sachsen   18   18
Sachsen-Anhalt   17   17
Thüringen   22 2 24
Gesamt 41 620 32 693

Bei Schafen wurde das „Schmallenberg-Virus“ hauptsächlich bei missgebildeten Lämmern im Gehirn festgestellt. Die Missbildungen sind eine Spätfolge der Infektion zu einem früheren Stadium der Trächtigkeit im Sommer/Herbst 2011.

Im November 2011 stellte das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), erstmals das Auftreten eines Virus des Genus Orthobunyavirus bei Rindern in Deutschland fest. Vergleichende Analysen des Erbmaterials weisen darauf hin, dass es sich um ein Virus aus der Simbu-Serogruppe (Shamonda-, Aino-, Akabane-Viren) handelt. Das Virus konnte isoliert, angezüchtet und weiter vermehrt werden. Aufgrund der Probenherkunft wurde es vorläufig als „Schmallenberg-Virus“ bezeichnet.

Die am FLI entwickelte Nachweismethode wurde u. a. an Institutionen in Belgien, Frankreich, England, den Niederlanden, Italien und in der Schweiz weitergegeben.

Weiterhin unklar ist, ob es sich um einen Neueintrag dieses exotischen Virus handelt oder ob Orthobunyaviren schon seit längerer Zeit bei Wiederkäuern in Europa vorkommen. Für eine weitere Bewertung dieses Virusfundes sind daher zusätzliche Untersuchungen notwendig.

Orthobunyaviren des Rindes sind in Australien, Asien und Afrika verbreitet und rufen dort in der Regel zunächst nur eine sehr milde Klinik hervor. Werden allerdings trächtige Tiere infiziert, so können zeitverzögert zum Teil erhebliche kongenitale Schäden, Frühgeburten und Störungen im Fruchtbarkeitsgeschehen auftreten. Akabane-ähnlichen Viren werden hauptsächlich durch Gnitzen (blutsaugende Mücken) übertragen.

Diese beim Rind relevanten Viren stellen kein Risiko für den Menschen dar. Es handelt sich nicht um Zoonoseerreger. Aufgrund der Verwandtschaft des „Schmallenberg-Virus“ zu Shamonda-, Aino- und Akabane-Virus ist auch hier nicht von einem Risiko für den Menschen auszugehen (siehe auch Risikobewertung des European Center for Disease Prevention and Control: