Mitteilung des Friedrich-Loeffler-Instituts zum „Schmallenberg Virus“
Abgabe von Virusisolat, Sequenzinformationen und Nachweismethode
Nach der Entdeckung eines neuen Orthobunyavirus, das vorläufig als „Schmallenberg Virus“ bezeichnet wurde, erhielt das FLI eine Vielzahl von Anfragen nach dem Virusisolat, dem Protokoll der von uns neu entwickelten und im Haus validierten real-time RT-PCR sowie für die Offenlegung von Sequenzinformation über das virale Genom. Nach intensiver Diskussion im FLI haben wir uns entschieden, auf Beantragung von Patenten o. ä. zu verzichten, da dies die Offenlegung von Informationen, die für die Bekämpfung dieser neuen Infektion und damit die Minimierung der Folgen für die Nutztierhaltung wichtig sind, negativ beeinflussen könnte. Als ein vom Bund finanziertes Ressortforschungsinstitut sehen wir es als angemessen an, das von uns isolierte Virus, das Protokoll für den Genomnachweis sowie Sequenzinformation über das virale Genom allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung zu stellen, die zum Verständnis dieser neuen Infektion beitragen wollen. Daher sind wir gerne bereit, diese Informationen und Reagenzien für nichtkommerzielle und kommerzielle Zwecke im Rahmen der Vorgaben unseres Materialaustausch-Dokuments zu übermitteln. Wir werden uns bemühen, die Anfragen im Rahmen unserer Möglichkeiten zeitnah zu bedienen. Sequenzinformation über das virale Genom, die in Genbank niedergelegt wurde, wird verfügbar gemacht, sobald uns die notwendigen Zugangsdaten mitgeteilt wurden.
Im Namen der Schmallenberg Virus Forschungsgruppe am FLI
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, Präsident
PD Dr. Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik
Riems, 10. Januar 2012
