transparent

Suche::

Loading

LPAI-Geschehen

Ausbruch der niedrigpathogenen aviären Influenza (LPAI) in Nordrhein-Westfalen

Am 27.05.2011 wurde durch das Nationale Referenzlabor für Geflügelpest am Friedrich-Loeffler Institut (FLI) der Verdacht auf das Vorliegen von niedrigpathogener aviärer Influenza (LPAI) vom Subtyp H7 in einem Geflügelzuchtbetrieb mit 20.000 Hühner-Mastelterntieren sowie 400.000 Bruteiern im Kreis Gütersloh bestätigt. Am selben Tag wurde der Verdacht auf aviäre Influenza (AI) in drei weiteren Betrieben aus Gütersloh mitgeteilt. Auch in diesen Betrieben wurde LPAI vom Subtyp H7 durch das FLI bestätigt. Die Bekämpfungsmaßnahmen umfassten die Tötung des gesamten Geflügelbestandes in den betroffenen Betrieben und die Sperrung aller Geflügelbetriebe im 1 km-Radius. Um festzustellen, ob das Virus z.B. durch Personenkontakte oder aerogen verschleppt wurde, wurden auch alle Betriebe im 1 km-Sperrgebiet sowie alle weiteren Betriebsstandorte der betroffenen Betriebe auf AIV untersucht. Zudem wurden alle Kontaktbetriebe ermittelt und die zuständigen Behörden informiert. Bei diesen Ermittlungen wurden zwei weitere betroffene Betriebe in Gütersloh und Paderborn ermittelt. An den epidemiologischen Ausbruchsuntersuchungen vor Ort haben Experten des FLI mitgewirkt.

Obwohl es sich um ein niedrigpathogenes Virus handelt, wurden sowohl bei Haushühnern als auch bei Mastputen respiratorische Symptome, eine erhöhte Mortalität und Legeleistungsabfall beobachtet, was für eine Infektion mit LPAIV ungewöhnlich ist. Auch der Anteil virologisch positiver Tiere war relativ hoch. Die Sequenzierung und Analyse des LPAI Virus aus dem Mastelternbetrieb ergab eine enge phylogenetische Verwandtschaft mit Viren, die Ende März 2011 in den Niederlanden und Mitte Juli 2010 im Zoo Hannover festgestellt wurden. Daher muss von der Möglichkeit ausgegangen werden, dass sich dieses Virus bereits längere Zeit endemisch in der Region gehalten hat und aufgrund der bislang niedrigen Virulenz unerkannt aufgetreten ist.

 

Weitere Informationen zum LPAI-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen finden Sie unter: