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Detailansicht
Epidemiologie der Frühsommer-Meningoenzephalitis und weiterer durch Zecken übertragener Krankheiten
Einrichtung:
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)
Institut / Abteilung:
Institut für Bakterielle Infektionen und Zoonosen (IBIZ),
Beschreibung / Ziel (dt.):
Virusprävalenzmessungen (FSMEV) in Zecken und Inzidenzbestimmungen in Deutschland und europäischen FSME-Risikogebieten als Grundlage für eine wissenschaftlich begründete Immunprophylaxe. Beobachtungen zur Epidemiologie zeckenübertragener Krankheiten bei Haustieren
Ergebnis (dt.)
Ausgehend von einem dokumentierten FSME-Erkrankungsfall von 2004 in der Colbitz-Letzlinger Heide, einem bisherigen Nichtrisikogebiet in Sachsen-Anhalt, führten wir in der Umgebung des Expositionsortes 2005 eine Zeckensammlung durch. Es wurden 297 Exemplare von I. ricinus durch Flaggen gewonnen, 153 Nymphen, 72 Männchen und 72 Weibchen. Die Untersuchung auf FSMEV erfolgte mittels One-step- und nRT-PCR. Die 153 Nymphenstadien hatten eine durchschnittliche Virusprävalenz von 9,3 (2,7-24,5)%, die 72 Weibchen eine Virusprävalenz von 3,3 (0,4-11,6)% und die 72 Männchen eine solche von 17,7 (5,3-43,0)%. Die Adultstadien zusammen zeigten somit eine Virusprävalenz von 10,5 (4,3-43,0)%. Da wir in früheren, umfangreichen, bereits publizierten Studien in den deutschen Risiko- und Hochrisikogebieten eine durchschnittliche Virusprävalenz von 0,1 ? 2% gefunden hatten, niemals jedoch in irgendeinem Habitat eine solche von mehr als 5%, ist dieses Ergebnis als ungewöhnlich zu bezeichnen. Ungewöhnlich ist die sehr hohe Virusprävalenz und außerdem die hohe Prävalenz in den Männchen gegenüber den Weibchen. Aus biologischen und logischen Gründen ist dieses Verhältnis in der Regel umgekehrt. Diese Ergebnisse werden weiter verifiziert, da sie erhebliche Auswirkungen auf den öffentlichen Gesundheitsdienst der untersuchten Region haben können. Zwei weitere laufende Studien in diesem neuen Herd zeigen die Richtigkeit der ersten Ergebnisse. Eine erste Publikation zur Information der Ärzteschaft und der Bevölkerung ist erfolgt. Wir erhielten vom Landesgesundheitsamt Bayern, Oberschleißheim, und vom Institut für vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie der Universität München, 95 ungesogene Ixodes ricinus-Stadien aus Sulzbach-Rosenberg aus dem Lkr. Amberg (44 Männchen, 36 Weibchen, 15 Nymphen). Diese entstammten 3 Standorten(1. Tafelberg, 2. Standort 2, 3. Langholz). Hintergrund dieser Untersuchungen waren ungewöhnlich viele und z.T. ungewöhnlich schwere Krankheitsverläufe 2005 im Landkreis Amberg, wobei die Patienten an diesen Standorten exponiert worden sind. Vom Standort Tafelberg gelangten 2 pools mit 5 bzw. 3 Weibchen, 2 pools mit 5 Männchen, ein pool mit 3 Männchen und 1 Nymphe zur Untersuchung. Alle untersuchten Zecken waren FSME-negativ. Vom Standort 2 gelangten 3 pools mit je 5 Weibchen, ein pool mit 3 Weibchen, 3 pools mit je 5 Männchen sowie ein Männchen und je ein pool mit 5 bzw. 2 Nymphen zur Untersuchung. Ein Mänchen und ein pool mit 5 Nymphen waren FSMEV-positiv. Vom Standort Langholz gelangten 2 pools mit 5 Weibchen, 3 pools mit 5 Männchen und je ein pool mit 5 bzw. 2 Nymphen zur Untersuchung. Hier erzielten wir das erstaunliche Ergebnis, dass alle pools positiv waren, lediglich der eine pool mit 2 Nymphen war negativ. Dieses Ergebnis kann auch zur Erklärung der besonders hohen Morbidität 2005 im LKr. Amberg beitragen. Weitere FSME-Herdanalysen erfolgen im Nationalpark Hainich (Thüringen) und in Mecklenburg-Vorpommern.
Internetadresse
Mitwirkende Institutionen
Robert-Koch-Institut, Berlin
Bezug: BMVEL-Forschungsplan 2002 (22.04.02)
Die Forschungsaktivität leistet
Hauptbeitrag zur Hauptaufgabe
1.13: Untersuchungen zu Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übergehen (Zoonosen)
Beginn: 1 / 2001
Ende: 12 / 2012
Daueraufgabe: Ja
Status: laufend
Es handelt sich um kein Drittmittelprojekt!
