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Entwicklung von Standards zur Prüfung der Leistungsfähigkeit diagnostischer Verfahren; Standardisierung von Tests
Einrichtung:
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)
Institut / Abteilung:
Institut für Epidemiologie (IfE),
Beschreibung / Ziel (dt.):
Neue diagnostische Verfahren wie die Polymerase-Kettenraktion zeichnen sich durch eine extrem hohe Sensitivität aus, die solche Methoden jedoch störanfällig gegenüber Kontaminationen macht. Daher ist es erforderlich, Standards zu schaffen, die solche Probleme erkennen und beheben helfen.
Ergebnis (dt.)
Diagnostische Laboratorien werden heute in der Regel im Rahmen normierter Qualitätsmanagementsysteme wie ISO 17025 tätig. Dies erfordert, dass alle im akkreditierten Bereich eingesetzten Verfahren validiert sind. Mit der Validierung wird dokumentiert, dass eine von dem akkreditierten Labor verwendete Methode für den Zweck, für den sie eingesetzt wird, geeignet ist, und dass ihre Leistungsfähigkeit und deren Grenzen für den Bereich des sie anwendenden Labors bekannt sind. Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) verabschiedete im Mai 2003 eine rechtliche Basis für die Validierung und Zertifizierung von Tests für die Zwecke des OIE (http://www.oie.int/vcda/eng/en_background_VCDA.htm). Die Anforderungen dieses ?OIE template? werden erläutert. Für die Validierung molekular-diagnostischer Methoden gelten die gleichen Anforderungen wie für alle anderen Methoden. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass molekular-diagnostische Verfahren anderen Techniken generell überlegen sind. Erste Schritte einer Validierung beinhalten das Optimieren von Reagenzien, Geräten und Protokollen, erste Schätzungen zur Wiederholbarkeit, das Bestimmen kritischer Kontrollparameter sowie Schätzungen zur analytischen Sensitivität und Spezifität. Diese Angaben werden bei kommerziellen Testkits häufig bereits für die Zulassung gemäß Tierimpfstoffverordnung vorgelegt. Sie sind in der Regel für die Zulassung erforderlich, können bei der Validierung im anwendenden Labor zugrunde gelegt werden, ersetzen die Validierung jedoch nicht vollständig. Die bei diagnostischen Anwendungen der Polymerasekettenreaktion (PCR) häufig ermittelten Daten zur analytischen Sensitivität (Mindestmenge an Ziel-Nukleinsäure, die nachgewiesen werden kann) und Spezifität (Überprüfung von Kreuzreaktionen mit ausgewählten Mirkoorganismen) stellen allein keine ausreichende Validierung dar. Viele auf der PCR basierende Methoden zeichnen sich durch eine hervorragende analytische Sensitivität aus, sind jedoch anfällig für Kontaminationen und damit für falsch-positive Resultate. Die Gegenwart von Inhibitoren kann zu falsch-negativen Ergebnissen führen. Techniken, mit denen derartige Probleme erkannt werden können, werden erläutert. Valdierungen können auf der Grundlage verschiedener Studiendesigns durchgeführt werden. Computer-Programme, die sich für die statistische Analyse von Validierungsergebnissen verwendet werden können, sind teilweise kostenlos im Internet verfügbar (z.B. WinEpiscope; http://www.clive.ed.ac.uk/winepiscope/). Im Rahmen von Valdierungen kann die Übereinstimmung des zu validierenden Tests mit einer Standardmethode mit Hilfe der Kappa-Statistik ermittelt werden. Für Methoden, die unter Routinebedingungen für die Diagnostik oder im Rahmen epidemiologischen Studien eingesetzt werden sollen, müssen die diagnostische Sensitivität sowie die diagnostische Spezifität geschätzt werden. Dies geschieht meist durch Vergleich mit einer Methode, die den wahren Infektionsstatus zuverlässig anzeigt (?Goldstandard?) durch Überprüfung eines Standardsatzes gut charakterisierter Proben parallel in beiden Tests. Bayesianische Ansätze und ?Latent class?-Analysen erlauben es, die diagnostische Sensitivität und Spezifität ohne Goldstandard zu schätzen. Nach einer Erstvalidierung ist die Leistungsfähigkeit eines Tests kontinuierlich zu überwachen. Die erzielten Ergebnisse müssen mit denen anderer Laboratorien durch Teilnahme an Eignungstests verglichen werden.
Internetadresse
Wissenschaftler
Conraths, F.J.
Bezug: BMELV-Forschungsplan 2008
Die Forschungsaktivität leistet
Hauptbeitrag zur Hauptaufgabe
2.15: Untersuchungen zur Prävention und Bekämpfung von Tierkrankheiten sowie den wirtschaftlichen Folgen von Tierseuchen
Nebenbeiträge für Hauptaufgaben:
5.9:
Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Verfahren zur Diagnostik, Prophylaxe und Bekämpfung bei Tierseuchen, Zoonosen und anderen, auch neuer oder neu auftretender Infektionskrankheiten bei Tieren einschließlich vektorübertragenen Infektionskrankheiten
Beginn: 1 / 2001
Ende: 12 / 2012
Daueraufgabe: Ja
Status: laufend
Es handelt sich um kein Drittmittelprojekt!
