:
Detailansicht
Gefährdung durch absichtliche Kontamination von Lebensmitteln mit humanpathogenen Viren (Hanta- und Hepatitis E-Viren)
Einrichtung:
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)
Institut / Abteilung:
Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT),
Beschreibung / Ziel (dt.):
Ziel der geplanten Untersuchungen ist eine Beurteilung des möglichen Risikos für die menschliche Gesundheit, das von einer absichtlichen Kontamination von Lebensmitteln mit Viren ausgeht, wobei das Hepatitis E-Virus (HEV) und das Prospect Hill-Hantavirus als Modelle unbehüllter oder behüllter Viren verwendet werden sollen. Sollte die Beschaffung ausreichender Mengen von HEV unvorhergesehene Probleme bereiten, wird über die Verwendung von Hepatitis A-Virus als Modellvirus für unbehüllte Viren nachgedacht. Für den Nachweis von HEV und Hantaviren in verschiedenen Lebensmittelmatrices sind bisher keine molekularbiologischen Tests validiert. Zur Stabilität der Viren bei Verfahren der Lebensmittelherstellung ist bisher nichts bekannt. Deshalb besteht eine Zielstellung des Forschungsvorhabens in der Entwicklung von hochsensitiven molekularbiologischen Nachweisverfahren für den Nachweis von HEV und Hantaviren und deren Anwendung auf Lebensmittelmatrices. Unter Verwendung dieser Methoden soll die Stabilität der Viren in ausgewählten Lebensmitteln untersucht werden. Für die Beurteilung eines möglichen bioterroristischen Hintergrundes eines HEV- oder Hantavirus-Ausbruches ist es dringend erforderlich, zunächst eine genaue Übersicht über die aktuelle Verbreitung von HEV und Hantaviren in natürlichen Reservoiren in Deutschland zu bekommen, um eine Unterscheidung zwischen natürlicher Infektion und durch absichtliche Ausbringung verursachter Infektion zu ermöglichen. Während zur Verbreitung von Hantaviren in Deutschland erste Daten aus Nagetier-Reservoirs vorhanden sind, ist zum Vorkommen von HEV in potentiellen Reservoirwirten in Deutschland bisher nichts bekannt. Deshalb besteht eine zweite Zielstellung des Forschungsvorhabens in deutschlandweiten Studien zur Prävalenz von HEV in potentiellen Reservoiren (z.B. Nagetieren und Schweinen). Für diese Untersuchungen sollen neuartige serologische Testverfahren auf der Basis Virus-ähnlicher Partikel (virus-like particles, VLP) entwickelt werden. Die Untersuchungen können in enger Assoziation mit dem Netzwerk ?Nagetier-übertragene Pathogene? durchgeführt werden.
Bezug: BMELV-Forschungsplan 2008
Die Forschungsaktivität leistet
Hauptbeitrag zur Hauptaufgabe
5.9: Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Verfahren zur Diagnostik, Prophylaxe und Bekämpfung bei Tierseuchen, Zoonosen und anderen, auch neuer oder neu auftretender Infektionskrankheiten bei Tieren einschließlich vektorübertragenen Infektionskrankheiten
Nebenbeiträge für Hauptaufgaben:
5.8:
Entwicklung von Modellen zur Risikoanalyse für Tierseuchen- und Zoonoseerreger sowie Risikobewertung und -kommunikation für Tierseuchen und Zoonosen
5.10:
Entwicklung von modernen Diagnostika und Impfstoffen für Tierseuchen und Zoonosen sowie Entwicklung von Arzneimitteln für Krankheiten bei wirtschaftlich weniger bedeutenden Tierarten wie Fischen, Bienen etc.
5.15:
Entwicklung von Krisenszenarien im Bereich der Tiergesundheit und Pflanzengesundheit, der Lebensmittel- und der Futtermittelsicherheit als Grundlage für künftige Managemententscheidungen
5.18:
Entwicklung von Methoden und Strategien zur Identifizierung und zur Abwehr von biologischen Gefahren mit terroristischem Hintergrund
Beginn: 1 / 2008
Ende: 12 / 2010
Daueraufgabe: Nein
Status: abgeschlossen
Es handelt sich um ein Drittmittelprojekt!
