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Verbundtreffen

3. Treffen des BMBF-Verbundes "Zoonotische Chlamydien" vom 14.-15.5.09 in Jena
3. Treffen des BMBF-Verbundes "Zoonotische Chlamydien" vom 14.-15.5.09 in Jena

 

Seit eineinhalb Jahren besteht der Forschungsverbund "Zoonotische Chlamydien - Modelle für chronische und persistente Infektionen bei Mensch und Tier", welcher im Rahmen des Schwerpunkts "Zoonotische Infektionskrankheiten" vom BMBF gefördert wird. Das Netz-werk umfasst acht Einzelprojekte, die zu gleichen Teilen von erfahrenen Chlamydienfor-schern aus der Human- und Veterinärmedizin geleitet werden. In ihnen sollen die Häufigkeit von Infektionen abgeschätzt, Übertragungsmechanismen vom Tier auf den Menschen er-forscht und der Infektionsverlauf bei Mensch und Tier auf molekularer Ebene untersucht wer-den. Weitere Ziele sind die Verbesserung der Labordiagnostik und die Weiterentwicklung der medikamentösen Behandlung von Chlamydieninfektionen beim Menschen, die von Tieren übertragen worden sind.

Das 3. Verbundtreffen fand unter Beteiligung von insgesamt 30 Wissenschaftlern aller 8 Teil-projekte am Standort Jena des Friedrich-Loeffler-Instituts statt. In den 23 Vorträgen wurden vor allem die jüngsten Fortschritte aus den einzelnen Arbeitsgruppen vorgestellt und Wege zur weiteren Intensivierung der Kooperation innerhalb des Netzwerkes diskutiert. So berichte-te Petra Reinhold (FLI Jena) über die Realisierung eines experimentellen Modells der Chla-mydophila (C.)-psittaci-Infektion im Kalb. Der Gruppe um Andreas Essig (Universitätsklinik Ulm) gelang der Nachweis von 40 immunreaktiven Proteinen des zoonotischen Erregers C. abortus, welcher vom Schaf auf den Menschen übertragen werden kann. Bei einer Studie zur Charakterisierung der Wechselwirkungen zwischen Erreger und Wirtszelle konnte die Gruppe von Frank Hänel und Hans Peter Saluz (Hans-Knöll-Institut Jena) zeigen, dass das sekretierte chlamydiale Protein IncA mit dem humanen Zellprotein G3BP1 spezifisch interagiert, wo-durch offenbar eine Verbindung zum Signaltransduktionssystem hergestellt wird. Die immu-nologischen und proteinbiochemischen Untersuchungen in der Gruppe von Michael Knittler (FLI, Tübingen) führten zum erstmaligen Nachweis einer infektionsabhängigen Induktion der Expression funktionaler Komponenten des MHC I-Reifungsweges für Chlamydien-infizierte dendritische Zellen. Neue Daten, die für das Verständnis der Effizienz einer antibiotischen Behandlung von humanen Chlamydieninfektionen essentiell sind, lieferte die Gruppe von Eberhard Straube und Jürgen Rödel (Universitätsklinikum Jena). Mit Hilfe eines in-vitro-Modells der replikativen lytischen Infektion von Epithelzellen wurden u.a. die minimale inhi-bitorische und die minimale chlamydizidale Konzentration verschiedener Antibiotika gegen-über C. psittaci und C. abortus ermittelt. Schließlich präsentierte die Gruppe des Koordinators Konrad Sachse (FLI, Jena) einen neuen Schnelltest zur Genotypisierung von C. psittaci, wel-cher auf der DNA-Mikroarraytechnik basiert. Nach umfangreichen in-silico-Sequenzanalysen wurden spezifische Oligonukleotidsonden zur Identifizierung der Genotypen dieses Zoono-seerregers definiert. In der Studie konnte gezeigt werden, dass außer den gegenwärtig allge-mein akzeptierten 9 ompA-Genotypen noch mindestens 6 weitere Typen natürlicherweise vorkommen. Der inzwischen bereits validierte Test wurde in Kombination mit einem bereits etablierten Mikroarraytest im Rahmen des Verbundes zur direkten Genotypisierung von C. psittaci aus klinischen Proben bereits im Routinebetrieb eingesetzt.

Mit den auf dem Treffen präsentierten Daten und dem erreichten Stand der Kooperation zwi-schen den Einzelprojekten ist der Chlamydienverbund auf einem guten Weg, die anspruchs-vollen Ziele zu erreichen und am Ende der Förderphase mit vielen neuen Erkenntnissen zu den zoonotischen Chlamydieninfektionen aufzuwarten.