Nationales Referenzlabor für Ansteckende Schweinelähmung
Abteilung für experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit
Die „Ansteckende Schweinelähmung“ (Teschener Krankheit, Teschen-Talfan disease, Polioencephalomyelitis enzootica suum, Poliomyelitis suum, Porzine Enterovirus-Enzephalomyelitis) ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems von Haus- und Wildschweinen, die durch bestimmte Virusstämme (mindestens 11 Serotypen) aus der Familie Picornaviridae, Genus Teschovirus verursacht wird. In Deutschland wurde die Teschener Krankheit letztmalig 1957 diagnostiziert. Die Krankheit ist in ihrer akuten Form durch in der Nachhand beginnende Lähmungen charakterisiert. Sie verläuft bei 20-100 % der erkrankten Tiere tödlich. Weit häufiger sind allerdings subakute Verlaufsformen („Talfan disease“) mit geringer Mortalität. Die schwere Form der Enterovirus-Enzephalomyelitis ist in Deutschland als Ansteckende Schweinelähmung anzeigepflichtig. Ihre Diagnose ist an Hand klinischer Symptome und histologischer Befunde allein nicht möglich. Der Antigennachweis ist zwingend erforderlich, indirekte serologische Untersuchungen können nur bei Prüfung von Serumpaaren bestenfalls Hinweise auf eine erfolgte Infektion geben. Insbesondere muss differentialdiagnostisch Klassische Schweinepest ausgeschlossen werden.
Das Referenzlabor entwickelt monoklonale Antikörper, mit deren Hilfe isolierte Teschoviren sicher bestimmbar sind. Eine große Zahl von typ- und isolatspezifischen Immunseren steht zur Verfügung. Für praktische Konsequenzen genügt in aller Regel jedoch der Nachweis der Spezies Teschovirus. Vom Referenzlabor werden Virusisolate gesammelt. Soweit als möglich erfolgt deren serologische Typisierung und mittels Sequenzierung die Genotypisierung.
Leistungsübersicht
- Antigen- bzw. Genomnachweis in Untersuchungsmaterial
- serologische Typisierung isolierter Viren (PTV, PEV)
- Sammlung von Virusisolaten
- in Ausnahmen: Antikörpernachweis zur Abklärung unklarer Ergebnisse
- Bereithaltung typ- und isolatspezifischer Immunseren
- Bereithaltung von monoklonalen Antikörpern zum Teschovirus-Nachweis und zur Differenzierung von PEV-A und PEV-B
- Forschungsarbeit zur Typisierung porziner Tescho- und Enteroviren
Referenzmaterial
- mehr als 250 PTV-Referenz- und Feldvirusstämme
- über 40 Hyperimmunseren
- PTV- und PEV-speziesspezifische und typ- bzw. isolatspezifische monoklonale Antikörper
Relevante Rechtsvorschriften
- Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. November 2004 (BGBl. I S. 2764), zuletzt geändert durch Art. 5 V v. 18.12.2009 I 3939
- Verordnung über Sperrbezirke bei Ansteckender Schweinelähmung vom 24. Juli1987 (Sperrbezirksverordnung) (BGBl. I S. 1710), zuletzt geändert durch Art. 14 V v. 20.12.2005 I 3499
