Forschungsbereich Physiologie
Institut für Tierschutz und Tierhaltung
Die wissenschaftliche Zielsetzung der AG Tierphysiologie besteht in physiologisch-ethologischen Untersuchungen zum Komplex der Organismus-Umwelt-Interaktionen in verschiedenen Haltungs-Umwelten in Bezug auf neuro-ethologische und neuro-endokrinologische Regelmechanismen. Hierzu gehört die Etablierung von Lerntests mit anschließender Untersuchung einzelner Hirnregionen genauso wie die Analyse stressphysiologischer Parameter anhand unterschiedlicher Nachweismethoden.
Wir sind in der Lage, Hormone der HPA-Achse nicht nur in Körperflüssigkeiten nachzuweisen, sondern können dies auch in Extrakten von Kot. Die Besonderheit hier ist, dass es sich tatsächlich um die Hormone Cortisol bzw. Corticosteron handelt und nicht um deren Metaboliten.
Das Organ, das diese Hormone bei Bedarf sezerniert, die Nebenniere, zeigt bei chronischer Stressbelastung gerade bei Geflügel häufig Veränderungen, die wir mit Methoden aus der Histologie sichtbar machen können.
Weiterhin gilt unser Interesse den Hippocampusregionen, die auch während der adulten Phase eines Organismus noch in der Lage sind, neue Neuronen zu bilden. Diese Neurogenese scheint eine Rolle bei der Ausbildung des Langzeitgedächtnisses zu spielen. Außerdem ist bekannt, dass die Neurogenese allgemein durch Organismus-Umwelt-Interaktionen sowohl positiv als auch negativ beeinflusst werden kann. Eine mit vielen Reizen angereicherte Umwelt kann zu deutlich mehr Nervenzellen und damit auch zu einer verbesserten Lernleistung führen als eine reizarme Haltung. Dieses Phänomen untersuchen wir an Legehennen, nachdem sie unsere Lerntests durchlaufen haben. Hierbei sind für uns auch die Steroidhormone von Interesse, die das (Lern-) Verhalten und das Langzeitgedächtnis beeinflussen können.
