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Nationales Referenzlabor für Paratuberkulose

Institut für molekulare Pathogenese

Die Paratuberkulose, auch "Johne'sche Krankheit" genannt, ist eine durch Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis (Map) hervorgerufene chronische entzündliche Darmerkrankung vorwiegend der Wiederkäuer. Die Erkrankung ist in Deutschland flächendeckend verbreitet und gehört zu den meldepflichtigen Tierkrankheiten. Vor allem in Milchviehbeständen führt die Paratuberkulose zu z.T. erheblichen direkten und indirekten wirtschaftlichen Verlusten (verminderte Milchleistung, verringerter Schlachterlös infolge Abmagerung, erhöhte Krankheitsanfälligkeit, Tierverluste).

Der Zoonosecharakter der Erkrankung ist umstritten. Eine Bedeutung von Map in der Pathogenese von Morbus Crohn (MC), einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung des Menschen, wird diskutiert.

Der Diagnostik der Paratuberkulose erfolgt durch den direkten Erregernachweis in Kotproben oder Organmaterial oder indirekt durch den Antikörpernachweis.

Der direkte Erregernachweis wird durch mikroskopische Untersuchung (Ziehl-Neelsen-Färbung) oder kulturelle Untersuchung, gekoppelt mit einer anschließenden PCR geführt. Bei Tieren, die den Erreger in großen Mengen ausscheiden, ist der Erregernachweis auch mittels Direkt-PCR aus Kotproben möglich. Es können PCR-Systeme auf der Basis von IS900, aber auch von anderen Zielsequenzen verwendet werden (Möbius et al., 2008).
Für den Antikörpernachweis in Serum und Milch vom Rind und z. T. auch bei kleinen Wiederkäuern sind in Deutschland z. Zt. vier ELISA-Tests zugelassen.

Sowohl der direkte Erregernachweis als auch der Antikörpernachweis weisen nur eine eingeschränkte Sensitivität auf. Vor allem bei jungen Tieren (bis zu einem Alter von 2 - 3 Jahren) ist eine Diagnose mit diesen Methoden nur unzureichend möglich. Auch bei älteren Tieren kann nur durch wiederholte Untersuchungen die Sicherheit der Diagnose erhöht werden. Der Antikörpernachweis in Blut- oder Milchproben auf Einzeltierbasis ist nur zur Erhebung des Bestandsstatus geeignet, sichere Prävalenzschätzungen sind mit keiner der etablierten diagnostischen Methoden möglich.

 

Forschungsprojekte

  • Veterinary Network of Laboratories Researching into Improved Diagnosis and Epidemiology of Mycobacterial Diseases, Co-ordination Action SSPE-CT-2004-501903, VENoMYC,
  • Europäische Union, 2004 bis 2010
  • Partner im Forschungsverbund “ZooMAP – Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis: Von der Johne´schen Krankheit zum Morbus Crohn“, Teilprojekt 6: Differenzierung von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis Isolaten unterschiedlicher Herkunft mit einem neuen, standardisierten Typisierungsprotokoll. BMBF, 2007-2010
  • Evaluation der Impfung gegen Paratuberkulose beim Rind als Bekämpfungsmaßnahme. FLI, 2007-2009.

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Methodenübersicht

  • Kulturelle Anzüchtung von Map und anderen Mykobakterien aus Kot- und Organproben
  • Kulturelle Prüfung der Mykobaktinabhängigkeit von Map
  • Molekulare Typisierung von Map mittels PCR, PCR-REA, RFLP, MIRU-VNTR und MLSSR
  • Antikörpernachweis in Serum- und Milchproben mittels ELISA

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Leistungsübersicht

  • Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden zu Fragen der Paratuberkulose-Diagnostik und Bekämpfung
  • Erreger-, Genom- und Antikörpernachweis zur Abklärung unklarer Ergebnisse
  • Molekulare Typisierung von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis-Isolaten
  • Bereitstellung von Referenzmaterial (Serum-, Milchproben)
  • Standardisierung und Weiterentwicklung von Testverfahren
  • Laborprüfung im Rahmen der Zulassung und Chargenprüfung von Testkits
  • Durchführung nationaler Ringvergleichtests, Teilnahme an EU-Ringtests
  • Beteiligung an Arbeitsgruppen der Europäischen Union

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Referenzmaterial

  • Serum- und Milchpanel von definierten Paratuberkulose-positiven und Paratuberkulose-unverdächtigen Rindern

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Relevante Rechtsvorschriften

  • Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten vom 20. Dezember 2005 (BGBl. IS. 3517)
  • Leitlinien für den Umgang mit der Paratuberkulose in Wiederkäuerbeständen (Paratuberkuloseleitlinien), BAnz. vom 10.02.2005, S. 2165

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