Nationale Referenzlabore für Epizootische Hämatopoetische Nekrose (EHN) und Infectious Salmon Anaemia (ISA)
Institut für Infektionsmedizin
Das Nationale Referenzlabor für EHN und ISA befindet sich am Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, und hat die Diagnose der virusbedingten Fischkrankheiten EHN und ISA auf der Grundlage der Fischseuchen-Verordnung und der Gesetzgebung der Europäischen Union zu koordinieren und zu sichern. In der Richtlinie 2006/88/EG des Rates vom 24.Oktober 2006 wurden die EHN als eine exotische anzeigepflichtige Fischseuche und die ISA als nicht-exotische Krankheit der Fische eingestuft.
Weiterhin erfolgen im Labor phylogenetische Analysen der virusbedingten Fischkrankheiten der Infektiösen Hämatopoetischen Nekrose (IHN) und der Viralen Hämorrhagischen Septikämie (VHS).
Forschungsschwerpunkte und -projekte
- Entwicklung molekularer Diagnosemethoden zum Nachweis der viralen Erreger der EHN, ISA, VHS und IHN
- Genotypisierung von Erregern der IHN und VHS
Leistungsübersicht
- direkter Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden zu Fragen der Diagnose von EHNV und ISAV
- direkter Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden zu Fragen der Genotypisierung von IHN- und VHS-Erregern
- Erregernachweis aus Einsendungsmaterial
- Anwendung und Optimierung der Standards und Diagnoseverfahren sowie der Diagnosereagenzien
- Überprüfung, Standardisierung und Weiterentwicklung von Testverfahren zum Nachweis von EHN und ISA
- Koordinierung der in den Untersuchungsämtern für die betreffenden Seuchen angewandten Standards und Diagnoseverfahren
- molekularbiologische Charakterisierung von IHN und VHS Isolaten
- Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter der Untersuchungsämter
- Teilnahme an Ringvergleichen des EU-Referenzlabors für EU-Mitgliedsländer
- Jährlicher Bericht an das EU-Referenzlabor über epidemiologische und Labordaten zur Diagnose und Bekämpfung von EHN und ISA
Referenzmaterial
- Virusisolate der EHN, ISA, IHN und VHS
- Monoklonale Antikörper gegen EHNV
- IHNV und VHSV spezifische Antiseren
Methodenübersicht
Die im NRL für EHN und ISA angewendeten Standardverfahren für den Nachweis der EHN und ISA und zur die Genotypisierung von IHNV und VHSV sind:
- Virusnachweis (Zellkultur, Immunofluoreszenz)
- Genomnachweis (PCR, RT-PCR)
Weitere im Labor praktizierte Methoden
- Zellkulturtechniken
- Anzucht, Reinigung und Konzentrierung von Viren
- Northern-, Southern- und Western- Blot
- Klonierung und Sequenzierung
- Transfektion
- PCR, RT-PCR, real-time PCR
- Expression viraler Gene in Pro- und Eukaryonten
Relevante Rechtsvorschriften
Richtlinie 2006/88/EG des Rates vom 24. Oktober 2006 mit Gesundheits- und Hygienevorschriften für Tiere in Aquakultur und Aquakulturerzeugnisse und zur Verhütung und Bekämpfung bestimmter Wassertierkrankheiten (ABl. EU Nr. L328 S. 14)
Entscheidung der Kommission 2001/183/EG vom 22.Februar 2001 zur Festlegung der Probenahmepläne und Diagnoseverfahren zur Erkennung und zum Nachweis bestimmter Fischseuchen und zur Aufhebung der Entscheidung 92/532/EWG. (ABl. EU Nr. L 56 S. 65)
Fischseuchenverordnung und Verordnung zur Änderung der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen vom 24. November 2008 (BGBl. I S. 2315)
Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der Fassung vom 3.11.2004, zuletzt geändert durch Zweite Verordnung zur Änderung tierseuchenrechtlicher Verordnungen vom 18.12.2009.
in der jeweils geltenden Fassung
