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Laborleiter

Dr. Thomas Müller



Telefon: +49 33979 80-186
Fax: +49 33979 80-200

Seestraße 55
16868 Wusterhausen

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Wissenschaftliche Mitarbeiter

Dr. Conrad Freuling



Telefon: +49 33979 80-158

Seestraße 55
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Zur Person

Technische Mitarbeiterinnen

Jeannette Kliemt

Anke Kliemt

Aktuelle Informationen finden Sie im Internet:

WHO Rabies Bulletin

OIE und Nationales Referenzlabor für Tollwut

Institut für Epidemiologie

Die Tollwut, eine der ältesten bekannten viralen Zoonosen, d.h. vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit. Sie ist weltweit verbreitet und zählt zu den international  anzeigepflichtigen Erkrankungen. Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich bis zu 55.000 Menschen gerade in den ärmeren Ländern Afrikas und Asiens an dieser Krankheit und sie wird demzufolge auch als vernachlässigte (neglected) Zoonose bezeichnet.

Die Erreger der Tollwut sind Einzelstrang-RNA-Viren negativer Polarität, die zum Genus Lyssavirus, der Familie der Rhabdoviridae der Ordnung Mononegavirales gehören. Bislang sind 12 verschiedene

Virusspezies für Lyssaviren bekannt, die offiziell in 7 verschiedene Genotypen (GT) eingeteilt werden können. Für 11 von 12 bislang bekannten Lyssaviren sind Fledermäuse das Hauptreservoir. Genotyp 1 umfasst den weltweit vorkommenden Erreger der „klassischen Tollwut“ (Rabies Virus, RABV) mit Mesokarnivoren (Hund, Fuchs, Coyote, Waschbär, Marderhund, Mangusten)  als Hauptreservoire.

Die GT 2 (Lagos bat virus; LBV), 3 (Mokola virus; MOKV), 4 (Duvenhage virus; DUVV), 5 (European bat lyssavirus Typ 1; EBLV-1), 6 (European bat lyssavirus Typ 2; EBLV-2) und 7 (Australian bat lyssavirus, ABLV) kommen nur in bestimmten geographischen Regionen Afrikas, Europas und Australiens vor. Die in Asien isolierten Fledermaus-assoziierten Lyssaviren Aravan Virus (ARV), Khujand Virus (KHUV), Irkut Virus (IRV) und West Caucasian Bat Virus (WCBV) wurden kürzlich als neue Genotypen bestätigt. Nur für das Shimoni Bat Virus (SHIBV) steht eine Klassifizierung als neue Spezies respektive Genotyp noch aus.

Aus epidemiologischer Sicht sind bei der klassischen Tollwut die „sylvatische Tollwut“ und die „urbane Tollwut“ zu unterscheiden. Die sylvatische Tollwut umschreibt die durch Wildkarnivoren übertragene Tollwut; bei der urbanen Tollwut bilden Hunde (Canis canis) das Hauptreservoir und übertragen das Tollwutvirus auf andere Tiere und den Menschen. Neben anderen Reservoirtieren ist vor allem der Rotfuchs (Vulpes vulpes L.) für die Erhaltung und Ausbreitung der Seuche in Europa verantwortlich.

Drei der 7 bekannten Genotypen kommen in Europa vor. Dazu gehören die Genotypen das klassische Tollwutvirus, RABV)  sowie die Europäischen Fledermaustollwutviren Typ 1 &2 (EBLV-1 & -2).

In den vergangenen 25 Jahren wurden in Europa mit Hilfe der oralen Immunisierung der Füchse mittels modifizierter Tollwutlebendimpfstoffe enorme Erfolge wie nie zuvor in der Geschichte der Tollwutbekämpfung erzielt, die zur Tilgung der Seuche in Europa und Deutschland führten. Seit 2008 gilt Deutschland wie viele andere west- und mitteleuropäische Länder offiziell als tollwutfrei (Freiheit von klassischer Tollwut, RABV).

 

Leistungsübersicht

Die Aufgaben des nationalen Referenzlabors für Tollwut leiten sich aus  der Tollwut-Verordnung (TW-VO) vom 11. April 2001 (BGBl. I 2001 S. 598) in Verbindung mit der Entscheidung BMELV vom 08. Juli 1997 ab. Zu diesen gehören:

  • Direkter Ansprechpartner für Bundes- und Länderbehörden zu Fragen der Tollwutbekämpfung
  • (Orale Immunisierung der Füchse)
  • Durchführung bestätigender Antigen- bzw. Genomnachweis
  • Bereithaltung von Virusstämmen und Referenzseren
  • Chargenprüfung von Tollwut-Diagnostika (ELISA, Konjugate)
  • Überprüfung, Standardisierung und Weiterentwicklung von Tollwut-spezifischen Testverfahren
  • Durchführung nationaler Ringvergleichstests
  • Teilnahme an EU-Ringtests
  • Beteiligung an Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten der Europäischen Union
  • Forschungsarbeit zur Weiterentwicklung und Standardisierung der Tollwut-Diagnostik sowie zu Fragen der Pathogenese, Immunisierung und Epidemiologie

Die Aufgaben als WHO Collaborating Centre for Rabies Surveillance and Research sowie als OIE Referenzlabors für Tollwut  sind mit der Bestätigung der Redesignierung durch die WHO vom 16. Juli 2008 sowie der Entscheidung des OIE (1992) definiert. 

  • Beratung der WHO & des O.I.E. zu Fragen der Tollwutbekämpfung
  • Erhebung & Analyse epidemiologischer Daten
  • Herausgabe des Rabies Bulletin Europe
  • Entwicklung und Standardisierung neuer Verfahren zur Diagnose und Bekämpfung der TW
  • Organisation internationaler Konferenzen
  • Zurverfügungstellung diagnostischer Kapazitäten
  • Training in diagnostischen Methoden
  • Koordinierung wiss. Studien mit anderen Laboratorien
  • Publizieren  & Verbreitung von Informationen

 

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Methodenübersicht

  • Antigennachweis mittel Immunfluoreszenztest (IFT)
  • Zellkultureller Virusnachweis (Virusisolierung)
  • Genomnachweis mittels konventioneller und real-time RT-PCR
  • Multiplex real-time RT-PCR zur Differenzierung von Feld- und Impfvirus
  • Multiplex real-time RT-PCR zur Differenzierung von EBLV-1 und -2
  • Stammcharakterisierung durch Genomsequenzierung
  • Antikörpernachweis mittels Neutralisationstest, ELISA und Immunoblot

 

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Referenzmaterial

  • Panel von 30 Referenzseren
  • Verschiedene Tollwutvirus-Referenzstämme
  • Probenpanel von 10 anti-Nukleokapsid monoklonaler Antikörper zur Virustypisierung

 

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Forschungsprojekte

  • Pathogenitätsstudien mit EBLV-1 & -2 Virusvarianten
  • Passive Surveillance zur Vorkommen von EBLV-Infektionen von einheimischen Fledermäusen
  • Genotypische Charakterisierung von EBLV-Isolaten aus Europa
  • Entwicklung Lyssavirus-genotypspezifischer Real-Time RT-PCRs
  • Erhebung und Auswertung von Tollwutdaten aus Europa
  • Wissenschaftliche Begleituntersuchungen zur Entwicklung von Tollwutimpfstoffen
  • Entwicklung eines monoklonalen Antikörpercocktails für die postexpositionelle Prophylaxe beim Menschen

 

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Relevante Rechtsvorschriften

  • Tollwut-Verordnung (TW-VO) vom 11. April 2001 (BGBl. I 2001 S. 598)

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